Erste Fahrer für Tokio nominiert

Der Deutsche Olympische Sportbund hat gestern in seiner dritten Runde 17 Bahnfahrer des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert.

„Wir werden mit der besten Mannschaft nach Tokio reisen. Unsere Athletinnen und Athleten sind hochmotiviert und freuen sich, wenn es endlich losgeht. Wir haben gute Chancen auf ein erfolgreiches Abschneiden. Aber nicht nur wir, sondern auch die Konkurrenz hat in den letzten Monaten gut gearbeitet. Es wird ein harter Kampf um die Medaillen“, sagte BDR-Sportdirektor Patrick Moster.

Vor allem im Kurzzeitbereich der Frauen sind die Medaillenhoffnungen groß. Das Trio mit der dreifachen Weltmeisterin Emma Hinze, mit Lea Friedrich und Pauline Grabosch gewann bei den letzten Weltmeisterschaften in Berlin vier Titel. Friedrich ist aktuell außerdem vierfache Europameisterin im Bereich U23. Dass Pauline Grabosch auf der „Ersatzbank“ sitzen muss, bedauert Moster. „In jedem anderen Land wäre sie am Start,“ sagt er über die Weltmeisterin im Teamsprint. 2024 in Paris werden im Teamsprint der Frauen nicht mehr zwei, sondern wie bei den Männern drei Starterinnen eingesetzt. „Mit diesem starken Trio haben wir gute Perspektiven für die Zukunft,“ sagt Moster.

Für Maximilian Levy aus Cottbus sind es die vierten Olympischen Spiele. Der amtierende Europameister im Sprint und Keirin gewann 2012 in London die Silbermedaille, war im selben Jahr Dritter im Teamsprint und holte bereits 2008 in Peking Bronze im Teamsprint. „Du musst deine Träume laut aussprechen und an sie glauben. Ich bin sehr glücklich, für meine vierten Olympischen Spiele nominiert worden zu sein,“ sagte Levy gestern. Eine weitere Medaille wäre die Krönung seiner langen und erfolgreichen Karriere.

In der Mannschaftsverfolgung wollen die Männer um Bronze fahren, haben sich in den letzten Monaten intensiv vorbereitet. Der Frauen-Vierer hofft nach dem Erfolg von Berlin, wo das Quartett Bronze gewann, mindestens ins kleine Finale einzuziehen. Im Omnium der Männer gehört der Berliner Roger Kluge zu den Favoriten, der zusammen mit Theo Reinhardt auch im Madison antreten wird. Beide waren in dieser Disziplin schon zweimal, 2018 in Apeldoorn (Niederlande) und 2019 in Pruszkow (Polen), Weltmeister und gewannen in Berlin bei der Heim-WM die Bronzemedaille.

Die Bahn-Wettbewerbe in Tokio beginnen am 2. August im Izu Velodrom, das ca 200 Kilometer vom Stadtzentrum Tokios entfernt liegt. Insgesamt stehen zwölf Entscheidungen auf dem Programm (jeweils sechs für die Männer und sechs für die Frauen). Im Ausdauerbereich sind das Mannschaftsverfolgung, Madison und Omnium, in den Kurzzeitdisziplinen werden die Olympischen Medaillen im Sprint, Keirin und Teamsprint vergeben.

Kurzzeit
Männer

Bichler, Timo (Bahnradteam Rheinland-Pfalz)
Bötticher, Stefan (Chemnitzer PSV)
Levy, Maximilian (Theed-Projekt Cycling)
Ersatz: Dörnbach, Maximilian (Track Team Brandenburg)

Frauen
Friedrich, Lea Sophie (Theed-Projekt Cycling)
Hinze, Emma (Track Team Brandenburg)
Ersatz: Grabosch, Pauline (Theed-Projekt Cycling)

Ausdauer
Männer

Groß, Felix (rad-net ROSE Team)
Kluge, Roger (Lotto-Soudal)
Reinhardt, Theo (rad-net ROSE Team)
Rohde, Leon (rad-net ROSE Team)
Weinstein, Domenic (Frankfurter RC 90 e.V.)

Frauen
Brennauer, Lisa (Ceratizit WNT Pro Cycling Team) *
Brauße, Franziska (Ceratizit WNT Pro Cycling Team)
Klein, Lisa (Canyon//SRAM Racing)
Kröger, Mieke (Team Coop Hitec Products)
Stock, Gudrun (RC Die Schwalben München)

* gehört zum Bahnteam, wird aber über die Straße nominiert, da Doppelstart auf Bahn und Straße

 

Foto: Emma Hinze (links) und Lea Friedrich bei der Anprobe ihrer Olympia-Kleidung. 

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